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Marc Aurel Hunziker
Executive Coach Leadership Sparring Partner

Systemisch‒Prozessorientiertes Executive & Leadership Coaching (SPEL)

Auf einen Blick

Das Systemisch-Prozessorientierte Executive & Leadership Coaching (SPEL-Coaching) ist ein professioneller Prozess für Führungskräfte und Entscheidungsträger, der darauf abzielt, komplexe berufliche Herausforderungen reflektiert zu bewältigen und die Handlungsfähigkeit zu stärken. Er wurde an der Universität St.Gallen entwickelt und verbindet das St.Galler Management-Modell mit der systemischen Organisationspsychologie. Im Mittelpunkt stehen die strukturierte Analyse relevanter Prozesse, die Reflexion handlungsleitender Annahmen, die Erweiterung von Perspektiven sowie das Erarbeiten nachhaltiger Handlungsoptionen unter Einbezug vorhandener Ressourcen
Marc Aurel Hunziker arbeitet nach der Methode des systemisch-prozessorientierten Executive & Leadership Coachings und ist von der Uni St. Gallen zertifizierter Coach.

Entwickelt an der Universität St. Gallen

Der SPEL-Ansatz wurde an der Universität St.Gallen (HSG) für die Teilnehmenden und AbsolventInnen des CAS Executive & Leadership Coaching entwickelt. Autoren der aktuellen Ausgabe von 2026 sind Dr. Florian Schulz und Prof. Dr. Thomas Bieger. Inhaltlich profitiert die aktuelle Ausgabe zudem von Diskussionen mit Prof. Dr. Bernadette Dilger (Universität St.Gallen), Prof. Dr. Tina Kiefer (Warwick Business School), Prof. Dr. Petra Kipfelsberger (BI Norwegian Business School) sowie Prof. Dr. Harald Tuckermann (Universität St.Gallen).

Ansatz & Zielgruppen

Der SPEL-Ansatz ist strikt im Führungs- und Entscheidungskontext verortet und richtet sich an Führungskräfte sowie Entscheidungsträger. Er unterstützt den Coachee dabei, mehr Klarheit zu entwickeln, fundiertere Entscheidungen zu treffen und das eigene Handeln stärker an den eigenen Werten auszurichten. Das Coaching fokussiert konsequent auf arbeitsbezogene Anliegen und adressiert Führungs-, Management- und Teamdynamiken. Insgesamt geht es um die indirekte Führung zur Selbstführung von Organisationen im systemischen Zusammenspiel von Coach, Coachee und Organisation

Was ist SPEL‒Coaching? Definition und Abgrenzung

SPEL-Coaching ist eine auftragsbasierte, professionelle Dienstleistung, die auf strukturierten Gesprächen basiert. Es ist weder eine Unternehmensberatung, bei der der Coach die Organisation abstrakt analysiert, noch ist es Psychotherapie oder Lebensberatung. Private Themen wie Gesundheit, Partnerschaft oder insbesondere psychische Krisen liegen ausserhalb des Arbeitskontexts und erfordern eine gesonderte professionelle Expertise. Der Ansatz definiert klare Grenzen: Untersagt sind unter anderem starke normative Bewertungen, Diagnostik, das Erzeugen von Abhängigkeiten, das suggestive Lenken von Entscheidungen sowie die Übernahme einer De-facto-Führung.

Professionelle Haltung als Grundlage des Coachings

Eine professionelle Haltung ist die Grundlage jeder Interaktion im SPEL-Coaching. Über allem steht der Grundsatz, dem Coachee, der Organisation und sich selbst nicht zu schaden. Weitere Pfeiler sind die strikte Vertraulichkeit der Gesprächsinhalte, methodische Transparenz sowie die aktive Klärung aller Vertragsbedingungen.

Systemische Haltungsprinzipien

Für die systemische Haltung im SPEL-Ansatz sind vier Prinzipien grundlegend:

Neutralität

Der Coach mischt sich nicht aktiv in die Belange des Coachees ein und hält die eigene Meinung zurück, um die Entscheidungsgewalt beim Coachee zu belassen. Dies umfasst Neutralität gegenüber Personen (Allparteilichkeit), gegenüber Problemen (Offenhalten, ob etwas überhaupt ein Problem ist) sowie gegenüber Ideen und Lösungsansätzen.

Zirkularität

Probleme werden als Teil von verstärkenden Wechselwirkungen im System betrachtet. Der Fokus liegt auf den Interaktionsmustern und dem Kontext, in dem Verhalten Sinn ergibt, statt auf isolierten Personen.

Neugierde und Hypothetisieren (Nicht-Wissen)

Der Coach tritt interessiert auf und geht davon aus, dass er die Lebensrealität des Coachees nie so gut kennen kann wie dieser selbst. Eigene Überlegungen werden ausschliesslich als vorläufige Hypothesen formuliert, die der Coachee jederzeit verwerfen kann.

Ressourcenorientierung

Als eigenständige Grundhaltung des SPEL-Ansatzes lenkt die Ressourcenorientierung die Aufmerksamkeit in jeder Phase auf Stärken statt auf Defizite. Im Zentrum steht die Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse: Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit. Diese lassen sich auf drei Ebenen beobachten: der individuellen Ebene, der Team- und Führungsbeziehungsebene sowie der Organisationsebene.

Der Coachingprozess: Vier Phasen für nachhaltige Führungsentwicklung

Der SPEL-Ansatz strukturiert den Coaching-Prozess in vier Hauptphasen mit jeweils vier spezifischen Schritten. Die Akronyme der Phasen (HAPA, ARMS, 4E, PLAN) leiten sich aus den Anfangsbuchstaben der jeweiligen Schritte ab. Übergeordnet lässt sich jeder Coachingprozess in drei Abschnitte gliedern: Auftragsgestaltung, Interventionsphase und Abschlussphase.

Phase 1: Rahmen abstecken – Fundament für wirksames Coaching

Bevor das Coaching startet, müssen Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet werden. Diese Phase umfasst die Schritte: Haltung einnehmen, Auftrag aushandeln, Position beziehen und den Abschluss antizipieren. Im organisationalen Kontext, oft bei Mehr-Eck-Verträgen, wird transparent geklärt, welche Ziele verfolgt werden, wie der Informationsfluss aussieht und wie mit verdeckten Agenden umgegangen wird.

Phase 2: Arbeitsbeziehung herstellen – Vertrauen als Basis

Eine tragfähige Beziehung bildet das Fundament für erfolgreiches Coaching. In dieser Phase gestaltet der Coach ein psychologisch sicheres Arbeitsumfeld, benennt die Rollen, bereitet die Meta-Kommunikation vor und identifiziert die Schlüsselerwartungen des Coachees.

Phase 3: Lösungsorientierte Reflexion – Veränderung gestalten

Die eigentliche Kernarbeit erfolgt durch systemische Exploration. Die vier Schritte sind: Eingrenzen des Anliegens, Erkunden des Problems, Erweitern der Lösungswege und Evaluieren von Handlungsoptionen. Durch gezielte Interventionen und Fragetechniken wie zirkuläre, paradoxe oder Skalierungsfragen werden Wirklichkeitskonstruktionen aufgeweicht und neue Perspektiven erarbeitet

Phase 4:Übergänge gestalten

Diese Phase hat eine Brückenfunktion. Die vier Schritte umfassen: Pläne formulieren, Lerntransfer sichern, Anstrengungen würdigen und Nächstes ansteuern. Die gewonnenen Einsichten werden in konkrete Handlungspläne übersetzt, zum Beispiel Wenn-Dann-Pläne, um die Umsetzungswahrscheinlichkeit im Alltag zu erhöhen.

Wirkprinzipien: Dynamisierung, Stabilisierung und Reflexion

Das Ziel des SPEL-Coachings ist die Erweiterung des Handlungsraums. Dies geschieht durch zwei regulierende Kräfte:

Dynamisierung

Dynamisierung führt von starrer Problemfixierung zu neuer Flexibilität, wenn Prozesse ihre Anpassungsfähigkeit verloren haben.

Stabilisierung

Stabilisierung bringt Struktur und Klarheit in Situationen, die von Chaos und Überforderung geprägt sind. Wichtig: Wenn die Handlungsfähigkeit des Coachees stark eingeschränkt ist, hat Stabilisierung grundsätzlich Vorrang vor Dynamisierung.

Reflexion

Zusätzlich werden mentale Modelle kritisch geprüft und die handlungsleitenden Grundannahmen des Coachees reflektiert, um tiefergehendes Lernen im Sinne des Double-Loop Learning zu ermöglichen.

Zeitlich begrenztes Coaching mit Transfer in den Alltag

SPEL-Coaching ist zeitlich und thematisch strikt begrenzt. Das Coaching ist erfolgreich, wenn der Coach sich selbst überflüssig gemacht hat und der Coachee befähigt wurde, mit den eigenen Kompetenzen Herausforderungen eigenständig zu bewältigen. Der eigentliche Effekt entfaltet sich dabei zwischen den Sitzungen, wenn der Lerntransfer in den Alltag gelingt.

Quelle

Schulz, F., & Bieger, T. (2026). Leitfaden Executive & Leadership Coaching - Der systemisch orientierte St.Galler Prozessansatz. Universität St.Gallen.

Kontakt

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Marc Aurel Hunziker
Executive Coach & Leadership Sparring Partner
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